Erst die Machbarkeit
Die Idee ist oben.
Die Antwort liegt im Bestand.
Eine Aufstockung schafft Wohnfläche ohne zusätzliches Grundstück. Ob sie möglich ist, entscheidet sich aber an weit mehr als der freien Fläche über dem Dach.
Bebauungsplan oder Umgebungsbebauung geben vor, welche Höhe, Geschossigkeit und Dachform zulässig sein können. Gleichzeitig müssen Fundamente, Wände und Decken die neuen Lasten sicher weiterleiten.
Je früher diese Punkte gemeinsam betrachtet werden, desto geringer ist das Risiko, einen Entwurf zu entwickeln, der später grundlegend geändert werden muss.
Machbarkeitsprüfung
Sechs Ebenen.
Eine belastbare Entscheidung.
Eine gute Vorprüfung verbindet öffentliches Baurecht, technische Nachweise und die gewünschte Nutzung.
Planungsrecht
Bebauungsplan, Satzungen oder die Einfügung in die Umgebung bestimmen mögliche Höhe, Geschosse, Dachform und Baugrenzen.
Bestand & Tragwerk
Fundamente, tragende Wände, Decken und Aussteifung müssen die zusätzlichen Lasten sicher aufnehmen oder gezielt ertüchtigt werden.
Abstände & Geometrie
Traufe, First, Wandhöhe, Abstandsflächen und Nachbarbebauung beeinflussen die nutzbare Form des neuen Geschosses.
Brand- & Rettungswege
Gebäudeklasse, Nutzung, Treppe, zweiter Rettungsweg und Bauteilanforderungen müssen früh in Grundriss und Konstruktion einfließen.
Energie & Bauphysik
Neue und bestehende Gebäudehülle werden an Anschlüssen, Wärmebrücken, Luftdichtheit, Feuchte- und Schallschutz zusammengeführt.
Baustellenablauf
Bewohntes Gebäude, Wetterschutz, Kran, Vorfertigung und kurze Öffnungszeiten bestimmen, wie die Aufstockung praktisch umgesetzt werden kann.
Planung in richtiger Reihenfolge
Vom Potenzial
zur baubaren Lösung.
- 01Bestandsunterlagen, Wünsche und Flächenbedarf zusammentragen
- 02Planungsrecht und örtliche Vorgaben vorprüfen
- 03Gebäude exakt aufnehmen und Tragstruktur erfassen
- 04Entwurfsvarianten im 3D-Modell entwickeln
- 05Statik, Brandschutz und weitere Fachbeiträge abstimmen
- 06Erforderliche Bauvorlagen erstellen und Verfahren klären
- 07Werkplanung, Vorfertigung und Wetterschutz vorbereiten
Aufstockung in Holzbauweise
Wenig Eigengewicht.
Viel neuer Raum.
Holz ist für das Weiterbauen nach oben besonders interessant, weil tragfähige Konstruktionen vergleichsweise leicht und präzise vorfertigbar sind.
Vorfertigung verkürzt die Montagephase am Gebäude. Wände und Dachelemente können weitgehend vorbereitet werden, bevor das Bestandsdach geöffnet wird. Das reduziert jedoch nicht die Anforderungen an Aufmaß und Detailplanung – im Gegenteil: Anschlüsse müssen vorher besonders genau geklärt sein.
KERN verbindet das räumliche Modell mit der späteren Zimmererarbeit. So bleiben Geometrie, Holzquerschnitte, Öffnungen und Anschlüsse vom Entwurf bis zur Montage nachvollziehbar.
- Geringes Konstruktionsgewicht
- Hoher Vorfertigungsgrad möglich
- Kurze Montagephase am offenen Gebäude
- Leistungsfähige gedämmte Außenbauteile
- Flexible Grundriss- und Fassadengestaltung
- Direkte Verbindung von 3D-Planung und Ausführung
Baurecht in Bayern
Verfahrensfrei heißt nicht
regelungsfrei.
Die Bayerische Bauordnung kennt verfahrensfreie Vorhaben, darunter unter bestimmten Voraussetzungen auch Dachgeschossausbauten. Eine Aufstockung geht jedoch häufig über diese Grenzen hinaus, weil Konstruktion, Höhe und äußere Gestalt verändert werden.
Auch bei verfahrensfreien Maßnahmen müssen Bebauungsplan, Abstandsflächen, Brandschutz und andere öffentlich-rechtliche Anforderungen eingehalten werden. Deshalb wird der konkrete Fall mit Gemeinde oder Bauaufsichtsbehörde und den erforderlichen Planungsbeteiligten geklärt. Dieser Ratgeber ersetzt keine baurechtliche Einzelfallberatung.
Häufige Fragen
Klarheit vor
dem ersten Handgriff.
Braucht eine Aufstockung in Bayern eine Baugenehmigung?
Eine Aufstockung verändert regelmäßig Gebäudehöhe, Kubatur, Konstruktion und äußere Gestalt. Deshalb ist in der Regel eine baurechtliche Prüfung und häufig ein Genehmigungsverfahren erforderlich. Ob ein konkretes Vorhaben verfahrensfrei oder genehmigungspflichtig ist, entscheidet sich am Einzelfall und an den örtlichen Vorgaben.
Reicht es, wenn die Statik das zusätzliche Geschoss trägt?
Nein. Neben der Tragfähigkeit sind unter anderem planungsrechtliche Zulässigkeit, Abstandsflächen, Brandschutz, Rettungswege, Stellplatzregelungen, Energieanforderungen und Anschlüsse an den Bestand zu prüfen.
Warum eignet sich Holz besonders für Aufstockungen?
Holzkonstruktionen verbinden geringes Eigengewicht mit hoher Vorfertigung. Das kann vorhandene Tragstrukturen entlasten und die Zeit mit offenem Gebäude verkürzen. Die tatsächliche Eignung muss trotzdem statisch nachgewiesen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Dachausbau und Aufstockung?
Beim Dachausbau wird vorhandener Raum innerhalb der bestehenden Geometrie genutzt. Eine Aufstockung schafft zusätzliche Kubatur und verändert typischerweise Höhe oder Dachform. Dadurch sind Planung und Genehmigung meist umfangreicher.
Welche Unterlagen werden für eine erste Prüfung benötigt?
Hilfreich sind Lageplan, Bestandsgrundrisse und Schnitte, frühere Genehmigungsunterlagen, Angaben zu Baujahr und Konstruktion sowie Fotos. Fehlen Unterlagen, kann ein genaues Bestandsaufmaß erforderlich werden.
Kann KERN die Eingabeplanung übernehmen?
KERN verbindet Bestandsaufnahme, 3D-CAD und Ausführungsplanung. Welche Bauvorlagen und Unterschriften im konkreten Verfahren erforderlich sind, wird projektbezogen geklärt und bei Bedarf mit weiteren bauvorlageberechtigten oder fachplanenden Beteiligten abgestimmt.
